Playmobil

| Gründungsjahr: | 1876 |
| Gründer: | Andreas Brandstätter |
| Hauptsitz: | Fürth |
Entstehung des Firmennamens:
Der charakteristische blaue Schriftzug und der Markenname wurden von dem Künster und Grafikdesigner Rainer Willingstorfer entworfen.
Geschichte:
Der Beginn der Firmengeschichte von Playmobil geht zurück in das Jahr 1876, wo Andreas Brandstätter die Firma geobra Brandstätter GmbH & Co. KG gründete. Es wurden Schatullenbeschläge- und -schlösser hergestellt. Im Jahre 1908 übernahm der Sohn des Firmengründers, Georg Brandstätter, den Betrieb, welcher den Firmennamen geobra prägte.
Im Jahre 1921 folgte der Umzug nach Zirndorf, wo sich auch heute noch die Firmenzentrale des Unternehmens befindet. Hier wurden hauptsächlich Spardosen, Telefone, sowie für den Kinderkaufladen Kassen und Waagen hergestellt. Die Spielzeuge, welche alle aus Blech gefertigt waren, wurden erfolgreich in Europa und Übersee verkauft.
Im Jahre 1954 trat Horst Brandstätter der Firma bei. Somit begann eine neue Ära in der Firmengeschichte, da Horst Brandstätter auf das Material Kunststoff setzte. Des Weiteren suchte er nach neuen Märkten und Absatzmöglichkeiten und stellte sowohl die Produktpalette wie auch die Produktion um. Ein erster spektakulärer Erfolgt war der Hula-Hoop-Reifen, welcher 1958 entwickelt wurde und dessen Idee ursprünglich aus den USA kam. Horst Brandstätter war nun rund um die Uhr im Einsatz und hatte nach 2 Wochen die Lösung gefunden. Die Firma geobra konnte mit der Produktion der Hula-Hoop-Reifen beginnen, und war hiermit marktführend in Europa.
Somit konnte das Unternehmen nun auch gute Gewinne erzielen, was allerdings nur wenige Monate andauerte, dass Interesse an Hula-Hoop-Reifen wurde rasch weniger. Mit dem erwirtschafteten Geld und den Maschinen, welche zur Schlauchherstellung verwendet wurden, hatte Horst Brandstätter die Möglichkeit, völlig neue Spielwaren zu produzieren.
Brandstätter erkannte, dass man mit dem sogenannten Blasverfahren, welches bisher fast ausschließlich für die Herstellung von Flaschen eingesetzt wurde, auch unregelmäßige Körper formen konnte. Dem ersten rundgeschlossenen Rennauto folgten Boote, kleine Traktoren sowie ein Trettraktor, später auch Sparschweine. Die vollautomatische Fertigung lief auch an den Wochenenden, an denen bis zu 100.000 Sparschweine gefertigt wurden. Doch die Konkurrenz kopierte alle Produkte und der Preiskampf wuchs. Der Firmenchef produzierte fortan Großkunststoff-Artikel, mit einem völlig neuen Herstellungsverfahren, wurden erstmals dickwandige Kunststoffteile ohne Einfallstellen hergestellt.
So wurden neue Maschinen, zum Preis von etwa einer halben Million DM pro Stück, angeschafft. Fortan produzierte das Unternehmen hauptsächlich Deckenplatten, Bodenroste, Kinderschreibtische, Kaufläden, Eishockeysticks, Tennisschläger und sogar Wasserski.
Durch die Ölkrise im Jahre 1973 stiege die Preise für Kunststoff dramatisch an, Rohmaterial wurde knapp. Diese negative Entwicklung brachte das bis dahin gesunde Familienunternehmen in die roten Zahlen. In dieser Situation sah Horst Brandstätter den richtigen Zeitpunkt um eine völlig neue Spielidee umzusetzen. Sein Entwickler Hans Beck, "Mustermacher" der Firma geogra, beschäftigte sich bereits seit 1971 mit kleinen, beweglichen Figuren und den dazu passenden Accessoires. Sein Ziel war die Entwicklung eines Systemspielzeuges, welches immer wieder ergänzt werden konnte. Durch die relativ kleinen Teile bot es eine hohe Wertschöpfung aus dem teueren Kunststoff.
Horst Brandstätter drängte zur Präsentation von Playmobil (die Spielfiguren wurden zwischenzeitlich so benannt), was der Firma zum Überlegen verhelfen sollte. Erstmals wurden sie bei eines Hausmesse präsentiert, diese fand zur selben Zeit wie die Internationale Spielwarenmesse im Jahre 1974 stattfand. Die Einkäufer waren, bis auf einen holländischen Großabnehmer, zunächst skeptisch, was eine trickreiche Marketingstrategie erforderlich machte. Im Herbst des Jahres 1974 kam Playmobil in die Regale deutscher Spielwarengeschäfte, Eltern und Kinder waren schnell begeistert, da man den Spielwert von Playmobil erkannte. Somit begann die Erfolgsgeschichte von Playmobil, welche in der deutschen Spielwarenindustrie beispiellos ist. Bereits wenige Jahre nach der Markteinführung rangierte das Unternehmen an der Spitze der deutschen Spielwarenhersteller.
Im Jahre 2000 eröffnete der Playmobil-FunPark in Zirndorf. Ein Freizeitpark, welcher Kinder dazu motiviert, aktiv zu sein. Das Motto lautet daher auch: Spielen, Bewegen und Erleben. Im Jahre 2004 feierte Playmobil seinen 30. Geburtstag und gilt längst als Klassiker. Eine Elterngeneration, welche in ihrer Kindheit selbst mit Playmobilfiguren gespielt hat, sieht nun ihre Kinder damit aufwachsen.
Die Playmobil-Produkte bevölkern heute die Kinderzimmer weltweit, und wurden mit unzähligen Preisen und Auszeichnungen versehen. Diese dokumentieren den hohen qualitativen und pädagogischen Anspruch des Playmobil-Spielzeugsystems. Es werden ca. 2.800 Mitarbeiter weltweit beschäftigt, in Deutschland ca. 1500. Neben der Produktion im mittelfränkischen Dietenhofen, gehören auch Vertriebsgesellschaften in 11 Ländern sowie die Auslandsfertigungen in Tschechien, Spanien und Malta.
Produktpalette:
System-Spielzeug für Kinder aus Kunststoff, welches in verschiedene Themenbereiche aufgeteilt ist. Hörspielserien und Computerspiele.
Besonderheit:
Playmobil stellte im Juli 2006 erstmals in seiner Firmengeschichte eine Figur vor, welche ein historisches Wahrzeichen einer Stadt porträtiert. Auch wurde anlässlich der 29. Ausstellung des Europarates "Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation" in Magdeburg von Playmobil eine eigene Version des "Magdeburger Reiters" veröffentlicht.
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