Opel

| Gründungsjahr: | 1862 |
| Gründer: | Adam Opel |
| Hauptsitz: | Rüsselsheim |
Entstehung des Firmennamens:
Dieser geht auf den Firmengründer, Adam Opel, zurück.
Geschichte:
Der Firmengründer war der älteste Sohn des Schlossermeisters Philipp Wilhelm Opel in Rüsselsheim, wo er eine Lehre im väterlichen Betrieb absolvierte. 1857 ging Adam Opel auf die Gesellenwanderung, welche ihn nach Paris führte. Hier arbeitete er zunächst in einer Tresorfabrik, danach mit seinem Bruder Georg in der Nähmaschinenfabrik von Journaux & Leblond. Zu Beginn des Jahres 1862 wechselten die beiden in die Nähmaschinenfabrik von Huguenin & Reimann, zum Jahresende kehrte Adam Opel nach Rüsselsheim zurück. Hier produzierte er in der Werkstatt seines Vaters die erste Opel-Nähmaschine. In einem ehemaligen Kuhstall machte sich Adam Opel im Folgejahr selbständig, sein Bruder versorgte ihn von Paris aus mit den notwendigen Materialien. Die Nähmaschinenproduktion beanspruchte viel Zeit, zunächst verdiente Opel seinen Lebensunterhalt noch mit der Herstellung von Weinverkorkmaschinen sowie dem Verkauf von Nähmaschinen anderer Firmen. 1868 heiratete Adam Opel die Fabrikantentochter Sophie Marie Scheller, was ihm den Bau der Näh Maschinen .Fabrik sowie den Kauf von Fabrikanteilen der Gießerei Lallement & Cie. Ermöglichte. Die Umstellung auf das Singer-System erfolgte nach dem Fabrikumbau im Jahr 1882. Die Söhne von Adam Opel konnten ihn von der Idee des Fahrrades begeistern und so verließ 1886 das erste Opel-Fahrrad die Fabrik. Nach einem Brand im Jahr 1911 musste die Fahrradherstellung kurzzeitig eingestellt werden, der Betrieb wurde jedoch bereits im Folgejahr wieder aufgenommen. So waren es auch die 5 Opel-Brüder, welche als erfolgreiche Radrennfahrer zur Popularität de Fahrräder beitrugen, um 1920 wurde Opel zum größten Fahrradhersteller weltweit. Die Fahrradproduktion wurde 1936 an den Neckarsulmer Zweiradhersteller (NSU) verkauft, bis etwa 1940 wurden Fahrräder von NSU und Opel angeboten .Schon bald wurde erkennbar, dass die Zukunft der Fabrik nicht bei den Nähmaschinen liegen würde und als um 1900 der Nähmaschinenverkauf zurückging, verkaufte Opel an Großhändler und nach Übersee. Auch aufgrund des großen Brandes im Jahr 1911 beendete Opel die Nähmaschinenproduktion. Künftig widmete sich das Unternehmen der Fahrrad- und Motorwagenherstellung.
3 Jahre nach dem Tod des Firmengründers (dieser wollte nie Autos produzieren) begannen seine Söhne mit dem Bau von Automobilen, sie kaufen die Firma von Friedrich Lutzmann und setzten diesen als Direktor ein. 1898 wurde dann der Opel-Patentmotorwagen System Lutzmann gebaut, welcher zuvor von Lutzmann auf der ersten IAA im Jahr 1897 ausgestellt worden war. Von Beginn an wurden verschiedene Karosserie- und Motorvarianten hergestellt, so auch ein Lieferwagen, zunächst war eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 40 km/h möglich. Da man jedoch nicht mit den hochentwickelten französischen Motorwagen konkurrieren konnte, wurde die Produktion zunächst wieder eingestellt. Im Jahr 1902 wurde ein Kooperationsvertrag mit dem französischen Automobilbauer Darracq unterzeichnet, unter dem Markennamen Opel-Darracq wurden Voiturette-Fahrzeuge hergestellt.1904 kam er erste 4-Zylinder auf den Markt, der erste 6-Zylinder folgte 1916, im Jahr 1911 brachte Opel auch einen Motorpflug auf den Markt, auch während des 1. Weltkrieges wurde die Automobil-Produktion aufrechterhalten. 1924 wurden in Rüsselsheim erste Mals Fließbänder eingesetzt und das Erfolgsmodell Opel Laubfrosch konnte in Großproduktion gebaut werden. Fritz von Opel experimentierte auch mit Autos mit Raketenantrieb, bereits 1928 wurde mit dem Modell RAK 2 eine Rekordgeschwindigkeit von 220 km/h erreicht. Neben den Automobilen wurden auch motorisierte Zweiräder gebaut, deren Produktion nach dem 1. Weltkrieg kurzzeitig ruhte. Mitte der 20er Jahre wurde die Motorradproduktion nach Sachsen verlagert, 1928 wurde die Aktienmehrheit an den Diamant Fahrradwerken, Chemnitz übernommen sowie die Lizenz für den sogenannten "Neander-Rahmen". Ein mit diesem Rahmen ausgestattetes Motorrad ging kurz darauf in Serienproduktion. Dieses wurde bis 1930 gefertigt, danach beendete Opel die Bau von Motorrädern.
1909 wurde bei Opel die Produktion von LKW's aufgenommen, zunächst mit 1,5 t und ab 1911 mit 3,5 t Nutzlast, welche auch als Heeres-LKW sehr erfolgreich waren. Während des 1. Weltkrieges wurde zusätzlich ein LKW mit 4,5 t Nutzlast gebaut. Wegen der französischen Besatzung musste der Nutzfahrzeugbau zunächst vorübergehend eingestellt werden. Danach wurden auch LKW mit großvolumigen Motoren mit bis zu 50 PS weitergebaut, 1923 wurde die LKW-Produktion vollständig eingestellt. Erst 1927 wurden wieder kleinere LKW's gebaut mit bis zu 2,5 t Nutzlast. 1931 wurde von General Motors das komplette Opelwerk übernommen und es entstand ein neues LKW Programm. Im Jahr 1929 verkauften die Brüder Wilhelm und Friedrich den Großteil der Opel-Aktien an den amerikanischen Automobilkonzern General Motors, 1931 wurde das Unternehmen aufgrund der Weltwirtschaftskrise für 120 Mio. Reichsmark endgültig aus der Hand der Opel-Familie gegeben. Der Name Opel blieb jedoch als eine eigenständige Modellpolitik erhalten, als Hauptstütze des Programms wurde zu dieser Zeit der "Regent" gebaut. Im Frühjahr 1935 präsentierte Opel den "Olympia", welcher erstmals über eine selbsttragende Ganzstahl-Karosserie verfügte. 1938 war Opel zeitweise größter Autohersteller europaweit, die Fahrzeuge von Opel wurden bis nach Neuseeland ausgeliefert. Bei Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde die Pkw-Produktion eingestellt, das Unternehmen stellte für die Wehrmacht den 3-Tonnen-Lkw Blitz "S" her, auch wurden von Opel Teile für Raketen und Torpedos gefertigt, in Rüsselsheim waren über 18500 Mitarbeiter beschäftigt, bis Kriegsende wurden 1,1 Millionen Fahrzeuge produziert. Nach Kriegsende wurden zunächst beschädigte Pkw's aus der Vorkriegszeit repariert, in den späten 40er Jahren wurden zusätzlich Kühlschränke gebaut. Erst 1947 wurde die Automobilproduktion in Rüsselsheim wieder aufgenommen, 1962 erst lief die Produktion eines Kadett's im neuen Werk in Bochum an. 1964 folgten dem Opel-Kapitän der Opel-Admiral und der Opel-Diplomat. In den 60er und 70er Jahren war die Firma Opel äußerst erfolgreich, im Juli 1964 lieferte das Unternehmen den 5 Millionsten Wagen aus. 2 Jahre später wird das Zweigwerk in Kaiserslautern eröffnet, ab 1970 sind die erfolgreichen Modelle Ascona und Manta im Programm. Die zweite Ölkrise von 1980 - 1982 sorgt in der gesamten Autobranche für einen herben Rückschlag, welcher schlimmer war, als die Weltwirtschaftskrise 1929/30, und Opel schreibt erstmals seit 1950 rote Zahlen. Die Krise zieht auch zahlreiche Entlassungen von Mitarbeitern nach sich, nur noch der neue Kadett D verkauft sich noch zufriedenstellend. Danach führten auch Qualitätsprobleme und ein wenig innovatives Design zur negativen Imageentwicklung von Opel, auch die López-Affäre im Jahr 1993 sorgte für negative Schlagzeilen, so wurde dem Opel-Manager José Ignacio López vorgeworfen, bei seinem Wechsel zu VW Unterlagen von Opel weitergegeben zu haben. Auch durch das Agieren der rasch wechselnden, meist aus den USA entsandten Opel-Vorstände, kam es verstärkt zu Problemen im Management des Unternehmens, was die Marktanteile von Opel zurückgehen ließ. Dies bedeutete für Opel Milliardenverluste und einen drastischen Abbau von Arbeitsplätzen und Kapazitäten. 2006 hatte Opel in Deutschland nur noch 27.661 Mitarbeiter, 10 Jahre zuvor waren noch etwa 46.000 für das Unternehmen tätig.
Produktpalette:
Automobile
Besonderheit:
Auf der Internationalen Automobilausstellung im Jahr 2007 stellte Opel die Studie "Flextreme" vor, hierbei handelt es sich um ein Elektroauto, welches nur von einem Elektromotor angetrieben wird. Dieses verfügt weiterhin über einen CDTI Dieselmotor, welcher die Batterien wieder auflädt, wenn diese leer sind. Mit vollgeladenen Batterien fährt das Fahrzeug ca. 55 km, das Aufladen an der Steckdose dauert etwa 3 Stunden. Mit einer Tankfüllung von 26 Litern Diesel fährt das Elektroauto etwa 715 km.
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Ergänzungen
- 12008-06-05 21:09:20uzuz