Herend

Die 1826 in Herend (Komitat Vesprèm) in Ungarn gegründete Firma ist die älteste und größte Porzellanmanufaktur des Landes und gehört heute zu den bedeutenden europäischen Manufakturen.
Ab dem Jahre 1839 gelangte der Betrieb mit dem neuen Besitzer, Moricz Fischer, bald zu größerem Ansehen. Es war das Bestreben Fischer’s, anstatt Massengeschirr nunmehr nur noch hochwertige Porzellanwaren herzustellen. Er veränderte u.a. die Rohmasse für die Herstellung des Porzellans, auch bildete er erstklassige Maler aus. Auch die teilweise täuschend echten Nachbildungen von vorwiegend wertvollem alten Meissner-Porzellan sorgten für den Aufstieg des Werkes. Man war bestrebt, die Welt nicht mit billigen Kopien zu täuschen, sondern bestehende Service nach Möglichkeit getreu zu ergänzen. Aus diesem Grund wurden Sammler aus aller Welt zu treuen Kunden, auch war man auf diesem Gebiet schnell ohne Konkurrenz.
So wurde der Ruf der Manufaktur gefestigt, wobei auch eigene Kreationen immer mehr an Ansehen gewannen. Trotz des Erfolges steckte das Unternehmen ständig in Geldnöten, was man auf das mangelnde Geschick von Moricz Fischer in wirtschaftlichen Dingen zurückführte. Auch Bittgänge zur der Regierung, zu Banken und privaten Geldgebern brachten meist nicht den gewünschten Erfolg. Internationale Bewunderung und die Erhebung in den Adelsstand waren für Fischer ohnehin wichtiger als das Erzielen hoher Gewinne.
Der Wiener Börsenkrach von 1873 und die Wirtschaftskrise trieben das Unternehmen weiter in den sicheren Untergang. Auch die Söhne Fischers, welche die Leitung vorerst übernahmen, konnten dies nicht verhindern. Man arbeitete mit minderwertigen Materialien, was den Konkurs zufolge hatte. Umgewandelt in eine AG ging das Unternehmen an den Staat. Zwei weitere Konkurse hatten zur Folge, dass die Firma keinen Abnehmer fand. Auch die Übernahme durch Jenö Farkashàzy, Enkel des Firmengründers, welcher das Unternehmen für 5000 Gulden erwarb, brachte der Manufaktur nicht den gewünschten Aufschwung. Farkashàzy setzte voll und ganz auf die Philosophie seines Großvaters was zur Folge hatte, dass die Firma erneut wegen Geldmangels geschlossen werden musste. Der wirtschaftliche wie auch künstlerische Aufschwung gelang unter der Führung eines Konsortiums in der Zwischenkriegszeit, Lieferungen nach Belgien, Holland, Frankreich und die Schweiz nahmen rasant zu. Selbst in den USA ist Herender Porzellan seither beliebter als Meissner, was wohl auch auf die seit den dreißiger Jahren wachsende Abneigung gegen Deutschland zurückzuführen ist.
Heute zählt das Unternehmen zu einem der gesündesten Ungarns und einem der sichersten Devisenbringer. Die Mitarbeiterzahl lag im Jahre 2006 bei ca. 1700. Der Jahresumsatz liegt bei ca. 20 Millionen Dollar bei einer Gewinnsumme von beeindruckenden 25 %.
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