Blaupunkt

| Gründungsjahr: | 1923/1938 |
| Gründer: | O. Voelk |
| Hauptsitz: | Hildesheim |
Geschichte:
Seit dem Jahre 1919 gab es in Berlin die "Übersee-Handels-GmbH", welche hauptsächlich Südamerika-Geschäfte abwickelte. Herr Voelk handelte mit allen, was Gewinne versprach, so u.a. mit Kurzwaren und Kopfhörern. Diese wurden im Jahre 1922 von der Firma Dauernheim in Berlin bezogen und, mit einem grünen Punkt versehen, exportiert. Im darauffolgenden Jahr wurde die "Ideal-Radiotelefon- & Apparatefabrik GmbH" gegründet. Das Unternehmen begann mit der Fertigung von Aufsteck-Detektoren unter Verwendung des " Tungstalite-Superkristalls". Die Hersteller nannten ihre Kristalle "Idealit A und B". Die damit bestückten Detektor-Modelle trugen die Namen Blaupunkt, Rotstern, Grünkreuz, Ideal und Idealit. Auch Kopfhörer und Lautsprecher erhielten diesen Namen, 1926 wurde diese im In- und Ausland verkauft. Alle Empfängertypen nannte man Ideal und das Unternehmen brachte den ersten röhrenbestückten Empfänger DR I auf den Markt. Das Gerät konnte mit 2 Multidyn-Spulen bestückt werden. Ende des Jahres 1926 verschmolzen die beiden Gesellschafter A. Daeschner und O. Voelk die Stammfirma "Überseehandel GmbH" mit der "Ideal-Radiotelefon & Appatefabrik GmbH" zur Firma "Ideal-Werke, Gesellschaft für drahtlose Telefonie mbH". 1927 wurde das Unternehmen in eine AG umgewandelt. Nun trat der Name "Ideal" in den Hintergrund. Die "Lautsprechergeräte" mit 3 Röhren wurden "Blaupunkt" genannt, welche mit einem Lautsprecher betrieben werden konnten. Im Jahre 1928 hießen diese Modelle Blaupunkt VII und Blaupunkt VIII. Bis jetzt war das Blaupunkt-Programm noch leicht überschaubar. Erst durch die aufgesteckten Multidyn-Spulen und durch die "blauen" Röhren wurden diese für den Sammler begehrenswert. 1928 gab es dann die Type NT 2, gleichzeitig erschien das Modell NR 3. Hochleistungsempfänger waren erst in den 30ern zu finden, beginnend mit dem NS 4. Von 1929 - 1930 wurden auch die Kofferempfänger KS 5 und TS 5 produziert, 1932 wurde der erste Blaupunkt-Autosuper vorgestellt, danach folgten die Heimgeräte Super 4 und 4 W 9. Dank des soliden Aufbaus und der ansprechenden Gehäusegestaltung zählte die Marke Blaupunkt bald zu den beliebtesten Fabrikaten. 1935 löste Blaupunkt sogar Saba als Marktführer ab, Vorkriegs-Höhepunkte waren die Luxus-Großsuper 11 W 78 und 11 W 79, welche schon über eine Fernbedienung verfügten.
Bereits seit 1933 ist die Ideal-Werke-Aktiengesellschaft offiziell ein Tochterunternehmen von Bosch. Robert Bosch fürchtete damals den Verlust der Telefunken-Bauerlaubnis, über dunkle Kanäle erfolgte der Einstieg bei Ideal, welcher erst 2 Jahre später legalisiert wurde. Im Jahre 1938 wurde aus de AG wieder eine GmbH, das Unternehmen wurde umbenannt in "Blaupunkt-Werke GmbH. Sie war eine der ersten Firmen, welche sofort nach dem Krieg mit einer Vielzahl von Modellen auf den Markt kam, ab 1949 gab es wieder eine Blaupunkt-Neun-Röhren-Raumton-Musiktruhe, welche jedoch sehr teuer war. KFZ-Empfänger konnten bereits auf der Funkausstellung im Jahre 1932 bewundert werden, jedoch hatte man noch mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Der Durchbruch gelang hier erst mit Jahre 1938 mit dem Typ 7 A 78, 1950 zählte Blaupunkt bei diesen Produkten bereits zu den Spitzenproduzenten. 1952 verlegt das Unternehmen seinen Firmensitz von Berlin nach Hildesheim. Im Jahre 1969 wurde bei Blaupunkt das erste Stereo-Autoradio produziert, 1974 wird das erste Autoradio mit Verkehrsfunkempfänger über ARI vorgestellt, 1988 folgt das erste Autoradio mit RDS. Das 1989 vorgestellte "TravelPilot" gilt als das erste serienreife Navigationssystem für den europäischen Straßenverkehr. 1997 geht das Nachfolgemodell mit dynamischer Zielführung in Produktion, weiterhin das erste Autoradio mit DAB-Empfang bzw. mit TMC. Im gleichen Jahr folgt die Kombination von Autoradio und Mobiltelefon, 2001 wird das erste WAPfähige Offboard-Navigationssystem vorgestellt, mit welchem man auch telefonieren kann. Es folgt ein digitales Autoradio mit MP3-Decoder und MMC-Slot, 2003 ein DAB-Autoradio mit MP3-Decoder.
Im April 2007 beschäftigt Blaupunkt weltweit ca. 8.700 Mitarbeiter, davon 2.300 in Hildesheim. Der Umsatz liegt bei ca. 1,48 Milliarden Euro. Jährlich werden über 500.000 Navigationssysteme, 6 Millionen Autoradios und 19 Millionen Autolautsprecher sowie Fahrzeugantennen produziert.
Besonderheit:
Im Jahre 2006 wurde Blaupunkt als "Ort im Land der Ideen" ausgezeichnet.
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