Augarten

| Gründungsjahr: | 1718 |
| Gründer: | Kaiser Karl VI. |
| Hauptsitz: | Wien |
Entstehung des Firmennamens:
Die Porzellanmanufaktur Augarten ist benannt nach dem Augarten, ein Park, in dem ihre Manufakturgebäude sind.
Geschichte:
Die Porzellanmanufaktur Augarten ist nach Meißener Porzellan die zweitälteste Porzellanmanufaktur in Europa. Die Produkte von Augarten sind das teuerste österreichische Porzellan und werden auch für Staatszwecke verwendet. Es werden Vasen, Speise- und Kaffeeservice, Figuren und Lampen hergestellt, die Entwürfe stammen aus verschiedenen Zeitperioden. Im Jahre 1718 wurde die Manufaktur von Kaiser Karl VI. gegründet, am 25.05.1718 wurde ein Spezialprivilegium von Kaiser Karl VI. unterzeichnet. Er verlieh dem kaiserlichen Beamten Claudius Innocentius du Paquier eine Monopolstellung auf die Rechte der Porzellan-Herstellung innerhalb der Habsburgischen Länder. Ursprünglich befand sich die Manufaktur in der heutigen Porzellangasse, wo das Porzellan von Hand hergestellt wurde. Mit diesem wurde der kaiserliche Hof und der Adel beliefert, der spätbarocke Stil wird heute noch die "Du-Paquier-Periode" genannt. Im Jahre 1744 wurde die Manufaktur verstaatlicht, unter der Herrschaft von Kaiserin Maria Theresia von Österreich wurde die Verwendung des österreichischen Bindenschildes in blauer Farbe eingeführt. Dieser sicherte jedes Stück vor dem Fälschen. In dieser Zeit werden, inspiriert von der Arbeit des französischen Malers Antoine Watteau, Produkte im typischen Rokoko-Stil erzeugt. Während des späten 18. Jahreshunderts und zu Beginn des 19. Jahrhunderts ist Conrad Sörgel von Sorgenthal Direktor der Manufaktur Augarten. Dem Zeitgeist des Klassizismus entsprechend konzentriert man sich auf Produkte mit schlichten, geraden Linien und Motiven aus der Natur. Im frühen 1800 Jahrhundert brachten die Kriege unter Napoléon Bonaparte die Manufaktur an den Rand des Ruins, um 1814 setzte der Aufschwung wieder ein. Durch rauschende Feste und den Besuch von zahlreichen Gästen aus aller Welt, war hochwertiges Porzellan sehr gefragt.
Zur Zeit des Biedermeier ergänzte das Bürgertum die Kundenpalette von Hof und Adel, auch dieses wollte mit wachsendem Wohlstand Augarten Porzellan erwerben, wobei hauptsächlich Blumenmotive sehr gefragt waren. Dennoch konnte die Manufaktur dem Wandel der Zeit nicht standhalten und erlitt immer höhere Verluste, so dass das Unternehmen im Jahre 1864 schließen musste. Bedingt durch eine stabilere Wirtschaftslage wurde im Mai 1923 die Manufaktur unter dem Namen "Wiener Porzellanmanufaktur Augarten" wieder eröffnen und kann sich bis heute behaupten. So wird nach wie vor Porzellan aus allen Zeitrichtungen produziert und namhafte Künstler sorgen stets für neue Entwürfe. Augarten unterhält neben einem Laden in Tokio (wo Augarten-Porzellan im Kaiserpalast gesichtet wurde) auch zahlreiche Geschäfte in Österreich. Im Schloss können Besucher die Produktion von Augarten Porzellan besichtigen.
Produktpalette:
Porzellanwaren, Besteck
Besonderheit:
Ein Rundgang durch die heutige Erzeugungsstätte im ehemaligen kaiserlichen Lustschloss Augarten vermittelt einen unauslöschlichen Eindruck darüber, mit wie viel Liebe zum Detail an der Herstellung jedes einzelnen Stückes gearbeitet wird. Im Unterschied zu Fabrikware wird jeder einzelne Arbeitsgang - vom Ansetzen der Rohmasse bis zum fertigen Stück - von Hand ausgeführt.
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